Sonntag, 16. Juli 2006

Haiku

Mit kahlen Ästen
erfolglos trotzend dem Tod
ergibt sich der Baum

© Maximilian Unger

Sonntag, 23. April 2006

Laura

Laura ist meine Enkelin. Sie ist DREI Jahre alt. Dies vorweg. um die Pointe zu verstehen.
Ab und zu liefert sie mir Stoff für meine lyrischen Anwandlungen und es werden Gedichte daraus.
Die heutige Anekdote möchte ich aber einfach so und hier erzählen:


Laura hält ein Tüchlein in den Händen und wird von ihrer Oma angesprochen: "Hast du aber ein tolles Tücherl!"
Darauf entgegnet sie mit wichtiger Geste: "Hab’ i schon FÜNF Jahre!"

Mittwoch, 1. März 2006

Negatives

Warum nur ist es Gegebenheit, stets das Negative im Kopf zu behalten?
Da habe ich ein Jahr hinter mir, das so viele schöne Erlebnisse in mein Leben brachte, wie zum Beispiel ….
Ja was war es denn?
Na ja, lange nachdenken muss ich nicht. Die Geburt unseres zweiten Enkels Daniel war der freudigsten Ereignisse eines, dazu der Beginn des Schaffens eines eigenen Domizils unserer Kinder (zu dem ich einiges beitragen durfte).
Aber tief eingebrannt hat sich der Beweggrund, der zum verspäteten Beginn des Bauvorhabens der jungen Familie, unserer Nachfolgegeneration, geführt hat. Und nicht nur das: Auch beträchtlichen finanziellen Mehraufwand durch die Notwendigkeit des Grundstückankaufes und räumliche Entfernung.

Es ist mir ein Bedürfnis, meine Enttäuschung und meine Frustration (und nicht nur die meine, auch die der gesamten Familie) über die Ablehnung des Gesuchs zur Umwandlung von Freiland in Bauland irgendwie abzuladen.

Es ist mir bewusst, dass es Gesetze gegen Missbrauch in dieser Richtung geben muss, um sicher zu stellen, dass Freilandankauf mit anschließender Umwidmung in Bauland nicht in ausufernder, gestreuter Weise ermöglicht wird. Auch ist es verständlich, dass Bebauung gesteuert sein sollte und klarerweise vom Ortskern kontinuierlich nach außen erfolgt.

Nicht verständlich ist aber der gegenständliche Fall, wo unser, schon seit drei Generationen in Familienbesitz befindliches Grundstück (also nicht in gewinnbringender Absicht angekauft) sich in einer Umgebung befindet, wo im Umkreis einiger hundert Meter bereits neun (!)Wohnhäuser stehen und in jeder Himmelsrichtung – also auch weiter vom Ort entfernt – durch kleine Waldstücke getrennt, jeweils große Siedlungsgebiete schon bestehen.

Unser Grundstück umfasst über 4000 m² mit zwei bereits bestehenden Häusern, bietet sich auf Grund der vorhandenen Infrastruktur (alle Versorgungsleitungen laufen durch unser Grundstück) hervorragend für den geplanten Hausbau unseres Sohnes mit seiner Familie an und grenzt an drei Seiten (!) an bebaute (!), - aber eben auch - Freiland-Grundstücke, weil man diese schon besiedelte Fläche einfach im Flächen- und Widmungsplan unberücksichtigt gelassen hat.

Es ist traurige Gewissheit, dass die Politik in der Gesetzgebung auf grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung keine Rücksicht nimmt. Wie sonst kann es zu Gesetzen kommen, die es verhindern, dass der nachfolgenden Generation die Möglichkeit genommen wird, sich auf eigenem Grund und Boden anzusiedeln? (In 500 m Entfernung werden neue Grundstücke parzelliert und angeboten. Ist es nicht paradox, in nächster Nähe, in rundum besiedeltem Gebiet, ein bebaufähiges Grundstück zu besitzen, aber abgelehnt zu werden, mit dem Angebot, 500 m weiter ein Grundstück zu kaufen?)

Dass vor Ort jeder Politiker, der die Gegebenheiten kennt, unser Unverständnis teilt, mit gleichem Atemzug aber bedauert, nicht helfen zu können (Gesetz ist Gesetz) wäre Anlass für die Politik, solche Gesetze zu überdenken.

Und ich habe meine Geisteshaltung zu Politikern und zur Politik überdacht. Mit einem wenig schmeichelhaften Ergebnis …

Donnerstag, 22. September 2005

Was für ein Tag

Da hab ich mal einen Tag, den ich entgegen vorheriger Erwartungen nun doch nach meinen Vorstellungen gestalten kann, da kommt es wieder ganz anders …

Eigentlich hat das Leidwesen schon gestern begonnen: Meine Mutter, 80 Jahre alt, leidet schon seit längerem an Osteoporose. Stumm, ihren Schmerz kaum zeigend, erträgt sie tapfer ihr Leiden. Gestern aber war sie nicht mehr im Stande, das Bett zu verlassen. Der herbeigerufene Arzt veranlasste eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus. Eine Punktierung war zwingend erforderlich.
Heute geht es ihr schon wieder etwas besser. Sie wird aber wohl noch eine Weile im Spital verbleiben müssen.

Ja, und ich war darauf eingestellt, heute auf der Baustelle meines Sohnes (Haus-Neubau) tätig zu sein. Das andauernde Schlechtwetter gab aber Anlass zur Absage: Heute nix Bau ;-)

Na schön, da hab ich Zeit, um erstens anwesend zu sein, wenn mich der Computertechniker aufsucht (der für heute angesagt war und den ich eigentlich schon in der Vorwoche erwartet habe), und zweitens habe ich nun doch die Möglichkeit, einer Lesung (eigentlich einer Buchpräsentation) einer Autorenkollegin und Freundin beizuwohnen.

Weit gefehlt! Nach einer eingeschobenen Materialbeschaffung für den Sohn in aller Frühe erreichte mich der Hilferuf meines Vaters (der ohne meine Mutter ohnehin „aufgeschmissen“ ist): Die Heizung funktioniert nicht!
„Ich komme!“
Ich kam und sah: Wasser im Öltank! Im Brennraum des Ofens zischte und brutzelte es, wie in einer Schnitzel-Pfanne und zaghaft aufflackerndes Feuer, das gewillt war sich am Leben zu erhalten, verlosch nach kurzem Kampf. Schwarze Leere im Brennraum und ein Regler, der ratternd Leere in seinem Inneren meldete, waren gegenständlich.
Nun gut. Ein kluger Kopf weiß sich zu helfen: Wasser ist schwerer als Öl, folglich muss sich selbiges am Tankboden sammeln. Also abpumpen! Die Ölleitung war bald aufgetrennt und nach einiger Zeit wandelte sich die wässrige Lösung, die ich in Kanister pumpte, in immer schmierigeres, dunkleres Öl. Ich konnte also davon ausgehen, nun wieder brennbares Öl in die Heizkammer zu bringen. Auf sorgfältiges Filterreinigen hatte ich auch nicht vergessen. Also, auf zum Heizversuch.
Gleiches Ergebnis! Begleitend von – nun zwar etwas weniger intensivem – Zischen, das auf weiterem Vorhandensein von Wasseranteil im Öl (oder Ölanteil im Wasser?) schließen ließ, gab das Gezüngel abermals nach kurzer Zeit seinen Kampf auf.
Dasselbe von vorn.
Und nochmals, und nochmals …
Ich verbrachte den ganzen Tag erfolglos damit, die Heizanlage von einer streikenden in eine funktionierende umzuwandeln.
Während dieser Tätigkeit kam die Horrormeldung seitens des Computertechnikers, dass mit seinem Besuch erst in der nächsten Woche gerechnet werden kann. Oh du mein Gott! Das momentane Problem an diesem Blech-Unikum würde eine seitenlange Geschichte ergeben. Aber in Kürze: Motherboard und Festplatte können nicht miteinander. Unter sechzig Versuche beim Hochfahren geht’s kaum. Die Dauerabstürze beim Hochladen nähren seit Tagen meine Magengeschwüre! Aber: „Seien Sie beruhigt lieber Kunde, es ist ein Garantiefall“! Na, da bin ich aber beruhigt! Ich warte ohnehin erst seit zehn Tagen!

Und was ist nun mit der Heizung? Die weigerte sich, trotz – nun ölhaltigem – Öl (ist das nicht eine tolle Wortschöpfung: „ölhaltiges ÖL“?), zu arbeiten. Die Ursache war die, im Keller sich befindliche Pumpe, die mangels erforderlichem Öldruck dauernd auf Störung (und damit auf Stillstand) schaltete.
Nun aber, während ich diese Zeilen schreibe, läuft sie einwandfrei. Ich habe ihr Streikverhalten mit einem Holzkeil in der Reset-Taste unterbunden. Daniel Düsentrieb lässt grüßen.

Meine Mutter habe ich heute nicht im Spital besucht und Inges Buchpräsentation habe ich auch versäumt.

… was kommt morgen?

Montag, 29. August 2005

Verlorene Gedanken

Wo sind sie, meine Gedanken, die ich so gut fand in der Nacht? Zu bequem, aufzustehen um sie festzuhalten, habe ich sie fahrlässig entfliehen lassen in die Finsternis. Entschwunden für immer?
Ich sitze vor der Tastatur und warte, dass sie zurückkommen. Geduld ist vonnöten.

Andererseits, warum darauf warten? Sie sind weg! Punktum!
Und siehe: Plötzlich füllt neue Inspiration meine Gedankenarmut. Ein neues Gedicht wird geboren.

Vielleicht – ohne quälendes Harren – findet auch das entschlüpfte Geistesgut zurück ...

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